5 Apr 2026, Sun

Alina Dalaslan: deutsch-türkische Wurzeln der MMA-Weltmeisterin aus Illertissen

Alina Dalaslan, Athletin-OKTAGON-Fighterin

Alina Dalaslan ist die Tochter eines türkischen Vaters und einer deutschen Mutter. Die 25-jährige MMA-Kämpferin aus Illertissen in Bayern hat sich innerhalb kürzester Zeit zur vielversprechendsten deutschen Käfigkämpferin entwickelt – mit einer makellosen Profi-Bilanz von 5-0 und dem Sprung in die UFC fest im Blick.

Türkisch-deutsche Herkunft und Familie

Geboren am 11. August 2000 in Illertissen, wuchs Alina Dalaslan in einer binationalen Familie auf. Ihr Vater Özgür Dalaslan hat türkische Wurzeln, ihre Mutter Jasmin Dalaslan ist Deutsche. Diese deutsch-türkische Herkunft prägt ihre Identität, auch wenn sie sich selbst primär als Deutsche sieht und für Deutschland antritt.

Die Familie zeigte zunächst Skepsis gegenüber ihrer Entscheidung, in den brutalen Vollkontaktsport einzusteigen. Besonders Vater Özgür war anfangs nicht überzeugt, ob MMA der richtige Weg für seine Tochter sei. Mittlerweile unterstützt er sie jedoch mit voller Überzeugung. Mutter Jasmin begleitet ihre Tochter zu vielen Wettkämpfen, gibt aber offen zu: “Natürlich freue ich mich, aber ich habe auch Angst um mein Kind.”

Vom Kunstturnen zum Käfigkampf

Alina ist die Älteste von vier Geschwistern. Ihre sportliche Karriere begann sanft: Mit vier Jahren startete sie Kunstturnen und zeigte großes Talent. Diese Disziplin prägt sie bis heute: “Durch das Turnen habe ich diese große Disziplin, die mir heute im Leben hilft.”

Mit 16 Jahren begleitete sie einen ihrer Brüder zum Kickboxen – eigentlich nur, weil ihre Mutter nicht wollte, dass er allein trainiert. Doch der Trainer erkannte ihr Potenzial und überzeugte sie weiterzumachen. Es folgte eine makellose Kickbox-Karriere mit 11 Siegen in 11 Kämpfen, bevor sie Anfang 2023 zu MMA wechselte.

Rasanter Aufstieg zur Weltmeisterin

Ihr Amateur-Debüt im MMA bestritt Dalaslan erst im September 2023. Nur 14 Monate später krönte sie sich in Taschkent, Usbekistan, zur Weltmeisterin der IMMAF im Federgewicht. Im Finale besiegte sie die Südafrikanerin Demi-Shaye Thomas durch technischen Knockout – ein Schlaghagel, gegen den sich ihre Gegnerin nicht mehr wehren konnte.

Im Januar 2025 unterschrieb sie bei OKTAGON MMA und gab am 8. März 2025 ihr Profidebüt vor 12.000 Zuschauern in der Porsche-Arena Stuttgart. Der TKO-Sieg gegen die Tschechin Kamila Šimková machte sie schlagartig bekannt. Nur drei Monate später stand sie bereits vor 27.000 Fans im Prager Eden-Stadion – erneut siegreich durch TKO.

Buchhalterin im Käfig

Parallel zu ihrer Kampfsportkarriere absolvierte Dalaslan ein duales Studium der Betriebswirtschaftslehre an der DHBW Stuttgart und arbeitete bis Juni 2025 als Controllerin bei Mercedes-AMG in Affalterbach. Diese Doppelbelastung brachte ihr den Spitznamen “Deutschlands gefährlichste Buchhalterin” ein.

Seit Mitte 2025 konzentriert sie sich vollständig auf MMA und trainiert im Stallion Gym in Stuttgart-Zuffenhausen. Dort spart sie nicht mit männlichen Sparringspartnern: “Ich brauche ehrliches Sparring.”

Mentoring durch Regina Halmich

Im Mai 2025 gewann sie eine besondere Mentorin: Box-Legende Regina Halmich begleitet sie seither auf ihrem Weg. Halmich, die das Frauenboxen in Deutschland populär machte, sagt über Dalaslan: “Alina ist eine sehr sympathische junge Frau mit einer tollen Ausstrahlung.”

Der Weg zur UFC

Mit ihrer makellosen 5-0 Bilanz und spektakulären Knockouts hat Dalaslan längst internationale Aufmerksamkeit erregt. Hollywood-Star Dwayne “The Rock” Johnson prophezeite ihr bei der Premiere seines Films “The Smashing Machine” in Berlin: “Sie wird eines Tages in der UFC kämpfen. Sie ist großartig.”

Ihr aktueller Favorit für einen Kampfnamen lautet “Donner Dalaslan” – für die internationale Karriere arbeitet sie noch an einer englischen Variante. Ihr großes Vorbild ist Amanda Nunes, die brasilianische UFC-Legende mit dem Kampfnamen “The Lioness”.

Stand Februar 2026 belegt Dalaslan Rang 3 im OKTAGON-Bantamgewicht und gilt als heißeste Anwärterin auf den Titel. Ihr langfristiges Ziel formuliert sie klar: “Langfristig will ich mich mit den Besten der Welt messen.”

Die deutsch-türkische Kämpferin aus dem idyllischen Illertissen könnte damit zur zweiten deutschen UFC-Kämpferin nach Mandy Böhm werden – und ihre Familie wäre trotz aller Sorgen mit Sicherheit stolz dabei.

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